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Bewerbung öffentlicher Dienst: Muster für das Anschreiben

Bewerbung öffentlicher Dienst: Muster für das Anschreiben

Eine Bewerbung im öffentlichen Dienst gewinnt, wer das Anforderungsprofil der Ausschreibung vollständig belegt. Kurz gesagt: Nennen Sie die Kennziffer, gehen Sie im Anschreiben jede Muss-Anforderung einzeln durch, legen Sie die geforderten Nachweise bei und halten Sie Form und Ton sachlich. Unten finden Sie ein Muster für das Anschreiben, das Sie direkt anpassen können.

TL;DR: Behörden wählen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung aus (Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz). Dafür vergleichen sie Ihre Unterlagen mit dem Anforderungsprofil. Was dort gefordert ist und in Ihrer Bewerbung fehlt, zählt nicht.

Das nehmen Sie mit:

  • Ein Anschreiben-Muster für Verwaltung und Sachbearbeitung
  • Welche Unterlagen Behörden tatsächlich sehen wollen
  • Schwerbehinderung und § 165 SGB IX: warum der Hinweis ins Anschreiben gehört
  • Foto, Unterschrift, Dateiformat: was Pflicht ist und was nicht
  • Wo Sie Ausschreibungen von Bund, Ländern und Kommunen finden

Was ist bei der Bewerbung im öffentlichen Dienst anders?

Der öffentliche Dienst ist an die Bestenauslese gebunden: Nach Art. 33 Abs. 2 GG hat jede Deutsche und jeder Deutsche nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amt. In der Praxis heißt das:

  • Das Anforderungsprofil ist die Checkliste. Ausschreibungen trennen oft zwischen zwingenden und wünschenswerten Anforderungen. Wer eine zwingende nicht belegt, scheidet meist schon in der Vorauswahl aus.
  • Nachweise zählen mehr als Selbstbeschreibungen. Abschlüsse, Laufbahnbefähigung, Zeugnisse und Fortbildungen werden gegen die Ausschreibung geprüft.
  • Die Kennziffer gehört in den Betreff. Behörden schreiben viele Stellen parallel aus und ordnen Bewerbungen darüber zu.
  • Tarif oder Beamtenstatus steht in der Ausschreibung. Tarifbeschäftigte werden nach TVöD (Bund, Kommunen) oder TV-L (Länder) eingruppiert, Beamtinnen und Beamte in Besoldungsgruppen. Übernehmen Sie die Angaben der Ausschreibung, wenn Sie Ihre bisherige Einstufung nennen.

Für den Lebenslauf im öffentlichen Dienst, mit Beispielen für TVöD-, TV-L- und Beamtenstellen, lesen Sie unseren Leitfaden: Lebenslauf öffentlicher Dienst mit Beispielen. Dieser Artikel konzentriert sich auf Anschreiben und Bewerbungsmappe.

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Muster: Anschreiben für den öffentlichen Dienst

Ein Muster für eine Sachbearbeitungsstelle in der Verwaltung. Ersetzen Sie die Klammern durch die Angaben aus Ihrer Ausschreibung.

Bewerbung als Sachbearbeiterin (m/w/d) im Bürgerservice
Kennziffer [12-3456]

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrer Ausschreibung suchen Sie eine Sachbearbeitung mit abgeschlossener
Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten und Erfahrung im Publikumsverkehr.
Beides bringe ich mit.

Seit [MM/JJJJ] arbeite ich bei der Stadt [Ort] im Einwohnermeldewesen. Dort
bearbeite ich An-, Ab- und Ummeldungen, stelle Meldebescheinigungen aus und
berate täglich Bürgerinnen und Bürger am Schalter und am Telefon.

Ihr Anforderungsprofil nennt sichere Kenntnisse im Verwaltungsverfahrensrecht.
Ich wende das VwVfG und das Bundesmeldegesetz in meiner jetzigen Tätigkeit
täglich an und habe [Fortbildung, Jahr] abgeschlossen.

Als wünschenswert nennen Sie Erfahrung mit [Fachverfahren]. Mit diesem Programm
arbeite ich seit [Jahr].

[Optional: Ich bin schwerbehindert mit einem GdB von [XX].]

Ich stehe ab [Datum] zur Verfügung. Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch
freue ich mich.

Mit freundlichen Grüßen
[Name]

Warum das Muster so aufgebaut ist: Jeder Absatz beantwortet eine Anforderung aus der Ausschreibung, zuerst die zwingenden, dann die wünschenswerten. Allgemeine Motivationssätze kosten Platz und belegen nichts. Mehr Formulierungen für verschiedene Situationen finden Sie in unseren Anschreiben-Beispielen.

Wenn Sie das Anschreiben nicht bei null beginnen wollen: Der ResuFit Anschreiben-Generator schreibt aus Ihrem Lebenslauf und der eingefügten Stellenausschreibung einen Entwurf, der auf deren Anforderungen eingeht. Erstellen und Vorschau sind kostenlos, der vollständige PDF-Download ist in Pro enthalten. Prüfen Sie den Entwurf gegen das Anforderungsprofil, bevor Sie ihn abschicken.

Welche Unterlagen gehören in die Bewerbung für den öffentlichen Dienst?

Üblich sind:

  1. Anschreiben mit Kennziffer im Betreff
  2. Tabellarischer Lebenslauf, lückenlos und mit Monatsangaben
  3. Abschlusszeugnisse (Schule, Ausbildung, Studium)
  4. Arbeitszeugnisse oder, im öffentlichen Dienst, aktuelle dienstliche Beurteilungen
  5. Nachweise aus dem Anforderungsprofil, zum Beispiel Laufbahnbefähigung, Führerschein, Sprachzertifikate

Beglaubigte Kopien verlangen Behörden meist erst im weiteren Verfahren oder vor der Einstellung. Schicken Sie sie nur, wenn die Ausschreibung sie ausdrücklich fordert.

Ausländische Abschlüsse: Für eine Stelle, die einen bestimmten Abschluss voraussetzt, brauchen Sie in der Regel eine Anerkennung oder Zeugnisbewertung. Für Hochschulabschlüsse stellt die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) Zeugnisbewertungen aus.

Schwerbehinderung: warum der Hinweis ins Anschreiben gehört

Die Angabe ist freiwillig. Wenn Sie sie machen, nennen Sie sie deutlich im Anschreiben oder Lebenslauf. Öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte und gleichgestellte Bewerberinnen und Bewerber nach § 165 Satz 3 SGB IX zum Vorstellungsgespräch einladen, es sei denn, die fachliche Eignung fehlt offensichtlich (§ 165 Satz 4 SGB IX). Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts muss der Hinweis für die Behörde erkennbar sein; ein Schwerbehindertenausweis, der nur in den Anlagen liegt, genügt dafür oft nicht.

Foto, Unterschrift und Staatsangehörigkeit

  • Foto: freiwillig. Viele Behörden bitten ausdrücklich darum, keines beizufügen, um Benachteiligungen im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zu vermeiden.
  • Unterschrift: Bei Online-Bewerbungen über ein Portal ist keine handschriftliche Unterschrift nötig. Eine eingescannte Unterschrift unter dem Anschreiben schadet nicht.
  • Staatsangehörigkeit: Für eine Verbeamtung ist sie Voraussetzung. Nach § 7 Beamtenstatusgesetz können Deutsche sowie Staatsangehörige der EU, des EWR und der Schweiz verbeamtet werden. Für Tarifstellen gilt diese Voraussetzung in der Regel nicht.

Wo finde ich Ausschreibungen im öffentlichen Dienst?

  • service.bund.de: Stellenangebote der Bundesbehörden
  • interamt.de: Stellenportal, das viele Behörden von Bund, Ländern und Kommunen nutzen, oft mit eigenem Bewerbungsformular
  • Websites der Kommunen und Landesverwaltungen: Viele kommunale Stellen erscheinen nur dort

Bewerben Sie sich über den Weg, den die Ausschreibung nennt. Läuft die Bewerbung über ein Portal, laden Sie die Unterlagen als PDF hoch und achten auf die dort angegebene Größenbegrenzung.

Welche Fehler kosten die Einladung?

  • Kennziffer fehlt, die Bewerbung lässt sich nicht zuordnen.
  • Zwingende Anforderung nicht belegt, zum Beispiel ein geforderter Abschluss ohne Zeugnis.
  • Anschreiben ohne Bezug zur Ausschreibung: allgemeine Sätze statt Belegen zu den Anforderungen.
  • Lücken ohne Erklärung im Lebenslauf.
  • Schwerbehinderung nur in den Anlagen erwähnt, wenn Sie die Einladung nach § 165 SGB IX nutzen möchten.

Fazit: Bewerbung öffentlicher Dienst in fünf Schritten

  1. Anforderungsprofil in zwingend und wünschenswert aufteilen.
  2. Für jede Anforderung einen Beleg aus Ihrem Werdegang notieren.
  3. Anschreiben nach dem Muster oben schreiben, Kennziffer in den Betreff.
  4. Lebenslauf für den öffentlichen Dienst lückenlos und tabellarisch aufbauen.
  5. Nachweise zusammenstellen und über den genannten Weg einreichen.

Für den Lebenslauf selbst hilft der ResuFit KI-Lebenslauf-Generator: Fügen Sie die Stellenausschreibung ein, und ResuFit richtet Ihren Lebenslauf auf deren Anforderungen aus.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist bei einer Bewerbung im öffentlichen Dienst anders?

Behörden wählen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung aus (Art. 33 Abs. 2 GG) und prüfen dafür jede Bewerbung gegen das Anforderungsprofil der Stellenausschreibung. Das Anschreiben sollte deshalb die Anforderungen der Ausschreibung Punkt für Punkt belegen und die Kennziffer nennen.

Muss ich eine Schwerbehinderung in der Bewerbung angeben?

Nein, die Angabe ist freiwillig. Wer sie macht, sollte sie deutlich im Anschreiben oder Lebenslauf nennen: Öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte und gleichgestellte Bewerberinnen und Bewerber nach § 165 Satz 3 SGB IX zum Vorstellungsgespräch einladen, außer die fachliche Eignung fehlt offensichtlich. Ein Hinweis, der nur in den Anlagen steckt, reicht nach der Rechtsprechung oft nicht.

Brauche ich ein Bewerbungsfoto für den öffentlichen Dienst?

Nein. Ein Foto ist freiwillig, und viele Behörden verzichten in ihren Ausschreibungen ausdrücklich darauf, um Benachteiligungen im Sinne des AGG zu vermeiden. Maßgeblich ist, was die Ausschreibung verlangt.

Welche Unterlagen gehören in die Bewerbung für den öffentlichen Dienst?

In der Regel Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Abschluss- und Arbeitszeugnisse sowie die Nachweise, die im Anforderungsprofil stehen (zum Beispiel Laufbahnbefähigung oder Führerschein). Beglaubigte Kopien werden meist erst später oder nur auf Anforderung verlangt.

Wo finde ich Stellen im öffentlichen Dienst?

Bundesbehörden schreiben auf service.bund.de aus, viele Behörden von Bund, Ländern und Kommunen nutzen zusätzlich interamt.de. Kommunen veröffentlichen Stellen oft nur auf der eigenen Website.

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